

Abortion ratio: Anzahl Abtreibungen auf 1000 lebendgeborene Kinder:

1997: 130.890 gemeldete Abtreibungen
2003: 128.030 gemeldete Abtreibungen
Quelle: Statistisches Bundesamt
Dieses Diagramm zeigt die Anzahl der Abtreibungen auf 1000 lebendgeborene Kinder ("abortion ratio"). Es basiert auf dem Wohnort der Mutter und nicht auf dem Ort der Abtreibung, ist also unabhängig davon, wo die Abtreibung vorgenommen wurde.
Die Abtreibungsquote ist zur Beurteilung der Abtreibungsentwicklung wichtiger als die Veränderung der absoluten Zahlen, da sie als Bezugsgröße die Geborenen nimmt und damit das "Entscheidungsverhalten" bzw. die Abtreibungsneigung widerspiegelt. Bei gleichem Verhalten bleibt die Quote gleich, auch wenn sich die Bevölkerungsstruktur und die Fertilität ändern.
Erkennbar ist, daß in Großstädten (hier: Stadtstaaten Berlin, Bremen, Hamburg) die Quote der Abtreibungen deutlich höher ist, was an der Bevölkerungsstruktur (Alter, Beschäftigung, Lebenseinstellungen) und der niedrigeren Hemmschwelle (Anonymität) liegt.
Die Abtreibungsquoten sind insbesondere in Berlin und Bremen (+ 33 % in den letzten sechs Jahren!) erschreckend hoch hier werden von vier ungeborenen Kindern drei geboren und eins abgetrieben. In den neuen Bundesländern ist es eins von fünf Kindern. Durch die höhere Bevölkerungszahl in den alten Bundesländern liegt der Bundes-Durchschnitt bei einer Abtreibung auf sechs geborene Kinder.
Grundsätzlich geht in Deutschland die Zahl der Lebendgeborenen seit 1965 stetig zurück, während die absolute Zahl der Abtreibungen zumindest seit 1996 (Zahlen zuvor zu stark fehlerbehaftet) in etwa konstant bleibt. Somit steigt die Abtreibungsquote ständig an.